BMW liegt bei E-Autos weiter vorn

BMW i3 (Foto: BMW)BMW i3 (Foto: BMW)

Im Februar lag der Kompaktstromer i3 mit 179 Neuzulassungen an Platz eins unter den E-Autos. Dies geht aus den aktuellen Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes hervor. Die Münchner hatten damit einen Marktanteil bei den reinen Elektroautos von satten 33 Prozent.

Die Konkurrenz aus Wolfsburg holt allerdings auf. Volkswagen konnte im Februar 101 Batteriebetriebene Kleinwagen Up verkaufen und damit deutlich mehr als von der ebenfalls angebotenen Erdgasvariante. In dieser Woche stellte Volkswagen zudem den E-Golf vor. Damit dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich der Konzern die Marktführerschaft bei den E-Autos in Deutschland sichert.

Smart, als erster deutscher Hersteller mit einem batteriebetriebenen Serienwagen unterwegs, lag mit 84 Neufahrzeugen im Februar an Platz 3 der Statistik – vor dem französischen Autobauer Renault. Dessen Kleinwagen Zoe wurde trotz umfangreicher Fernsehwerbung nur 62 Mal verkauft. Deutlich abgeschlagen mit nur 24 Neubestellungen, der Nissan Leaf. Ganz bitter sieht es für den Opel Ampera aus, für ihn interessierten sich nur noch drei Käufer.

Immer noch wenig Stromer

Zwar blieb die Zahl der neuzugelassenen Stromer im Februar mit 481  im Vergleich zum Vorjahresmonat nahezu konstant, in den ersten zwei Monaten gab es aber mit insgesamt 1022 neuen E-Autos auf Deutschlands Straßen eine Steigerung von gut 20 Prozent im Vergleich zu 2013. Insgesamt liegt die Zahl der zugelassenen Stromautos in Deutschland nun bei 13.178, und damit deutlich hinter den Zielen von Politik und Industrie.

Die Zahl der angemeldeten Hybridfahrzeuge stieg seit Jahresbeginn um circa 4.000 auf über 90.000. Unangefochtener Spitzenreiter in diesem Segment bleibt Toyota. Allein im Februar verkauften die Japaner 1340 Hybridmodelle, das entspricht einem Marktanteil von über 70 Prozent. Allein der Auris Hybrid wurde 739 Mal neu zugelassenen.

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Dem Leitmarkt näher?

Positive Nachrichten für die Bundesregierung: Laut aktuellem Electric-Vehicle Index der Unternehmensberatung McKinsey hat Deutschland seine Position im internationalen E-Mobilitätsvergleich verbessert. Hinter den USA, dem derzeit größten Markt für Elektroautos, liegt Deutschland nun an Platz zwei, obwohl hierzulande erst gut 14.000 reine E-Autos unterwegs sind. McKinsey sieht aber gute Perspektiven: Bereits in fünf Jahren könnte die Produktionskapazität für Batterieautos in Deutschland auf 460.000 Fahrzeuge hochschnellen.

Ein Grund: Die deutschen Hersteller erwachen aus dem elektromobilen Winterschlaf. BMW freut sich über viele Bestellungen für seinen i3. Und bei VW stromert es seit der vergangenen Woche nun auch in der Golfklasse. Weitere Modelle folgen. BMW kündigte zu Beginn der Woche an, wegen steigender Nachfrage die Produktion seines Hightech-Werkstoffes Carbon hochzufahren. Der Autobauer nutzt das Material für sein Batterieauto i3 und den in diesem Jahr startenden Hybridwagen i8.

Noch ist Japan etwa bei den Hybriden absoluter Marktführer. Allein Toyota hat bisher weltweit rund sechs Millionen Fahrzeuge mit gekeppeltem Antrieb verkauft. Bei Plug-in-Hybriden hat Toyota ebenfalls einen Vorsprung. Auf den Märkten in den USA und in Europa werden diese Fahrzeuge aber nach Einschätzung von McKinsey nicht so stark nachgefragt. Der Trend gehe zum reinen Batteriefahrzeug.

Und China? Das Reich der Mitte galt bis vor einigen Jahren als der kommenden Markt für E-Autos. Allerdings gelangt es den chinesischen Herstellern bisher nicht, ihren Vorsprung in der Batterietechnik für kleinere Anwendungen wie Laptops oder Handys auf den Automobilsektor zu übertragen. Die chinesische Regierung schraubte im vergangenen Jahren ihre ambitionierten Ziele zurück. Im aktuellen Vergleich von McKinsey rangiert China auf Platz sechs, auf einer Höhe mit Großbritannien und Italien.