Sorgt Kaufprämie für Zulassungsflaute?

Noch ist die Kaufprämie für Elektroautos von der Bundesregierung nicht final beschlossen. Eine erste Auswirkung scheint sie aber bereits zu haben: Die Zahl der Neuzulassungen bei Elektroautos ist im April um fast 50 Prozent zurückgegangen. Gelangten im März noch 1.104 Batteriewagen neu auf die Straße, waren es im April laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) nur noch 604. Sehr wahrscheinlich, dass sich potentielle Käufer von E-Mobilen nun erstmal zurückhalten, in der Hoffnung später die Prämie einstreichen zu können.

Bei den Hybriden fiel das Minus nicht ganz so stark aus. Die Zahl der Neuzulassungen fiel um rund 300 auf 3.726. Insgesamt registrierte das KBA im abgelaufenden Monat 315.000 neu zugelassene Fahrzeuge, etwas weniger als noch im März.

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Korrektur: Zoe bei Stromern vorn

Nach einer Statistik des Kraftfahrtbundesamtes lag der der Renault Zoe – und nicht der BMW i3 wie gestern an dieser Stelle berichtet – mit 201 Neuzulassungen an der Spitze der E-Auto-Charts von Februar. Der Stromer aus München folgte mit 171 neuen Wagen auf Platz 2, knapp dahinter folgt der Nissan Leaf mit 161 Neuzulassungen. Tesla kam mit dem Model S auf 91 Verkäufe.

Angesichts der nach wie vor niedrigen Zahlen forderte der Chef der Nationalen Plattform Elektromobilität, Henning Kagermann, am Wochenende erneut Kaufprämien für Elektroautos. Norwegen, Europas Stromerland Nummer eins, überlegt derweil eine noch drastischere Maßnahmen: Ein Plan sieht ein Verbot für alle Benzin- und Dieselfahrzeuge ab 2025 vor, bei Neuzulassungen.

Mehr Stromer im Februar

Der Markt für Elektroautos hat sich von seinem Einbruch zu Jahresbeginn erholt. Im Februar gelangten laut Kraftfahrtbundesamt insgesamt 751 Stromer neu auf die Straße, dass sind rund 300 mehr als noch im Vormonat. Im Vergleich zum Februar 2015 liegt der Zuwachs bei rund 40 Prozent

Auch die Zahl der Hybridautos stieg deutlich. Im Februar erhielten 3.500 Teilstromer eine Zulassung, rund 700 mehr als noch im Vormonat.

Kaufprämie im Anmarsch

An einer Kaufprämie für Elektroautos kann der Zuwachs im Februar noch nicht liegen. Die soll laut Medienberichten nun nach langen Diskussionen im Sommer kommen und 5.000 Euro betragen. Die Autobauer sollen rund 40 Prozent der Kosten tragen. Auch 15.000 neue Ladepunkte soll es geben.

 

Gutes erstes Halbjahr für alternative Antriebe

Seit Januar stieg die Zahl von Erdgas,- Hybrid- und reinen Elektroautos auf deutschen Straßen um rund 25.000 beziehungsweise 12 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Im gleichen Zeitraum wurden allerdings auch 1,5 Millionen herkömmliche Fahrzeuge zugelassen. Der Marktanteil der alternativen Antrieben liegt damit bei unter zwei Prozent.

In der Zulassungsstatistik haben Hybridfahrzeuge solche mit Erdgasantrieb überholt. Gut 13.500 Teilstromer gelangten seit Januar auf die Straße, ein Plus von zehn Prozent. Um satte 75 Prozent stiegen die Zulassungen bei den reinen Batterieautos, das entspricht 4.000 E-Fahrzeugen. Ein Grund: Das wachsende Modellangebot. Mit dem E-Up, dem E-Golf sowie dem BMWi3 stiegen mit VW und BMW auch erstmals deutsche Hersteller in den Markt ein, der allerdings vor allem beim Hybrid von den japanischen Autobauern dominiert wird.

Der Verband der internationalen Kraftfahrtzeughersteller (VDIK), der die Zulassungszahlen heute veröffentlichte, weist darauf hin, dass beim derzeitigen Zuwachstempo, dass Ziel der Bundesregierung, von einer Million E-Fahrzeugen im Jahr 2020, nicht erreicht wird. Der VDIK spricht sich daher für eine Kaufprämie von 5.000 Euro aus.