Zulassungen: Wann kommt der Durchbruch?

Die Zahl der neuzugelassenen Elektroautos ist im April zwar wieder leicht gestiegen, im Vergleich zum Gesamtmarkt sind die Mengen aber weiter marginal. Die deutsche Automobilwirtschaft glaubt dennoch weiter an den Erfolg.

Mit 684 neuen Elektroautos gelangten rund 14 Prozent mehr neu auf die Straße als im April 2014. Einen Zuwachs von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeiraum gab es auch bei den Hybriden. Mehr als verdoppelt haben sich die Zulassungen bei den Plug-in Hybriden, vermeldete das Kraftfahrtbundesamt.

Die Zahl der reinen Elektroautos oder Plug-in Hybride liegt damit noch unter 30.000, immer noch weit entfernt vom nach wie vor gültigen Regierungsziel von einer Million Elektroautos im Jahr 2020. Hauptgrund ist der zu hohe Preis für Stromfahrzeuge im Vergleich zu herkömmlichen Antrieben.

Wissmann: Durchbruch kommt

Matthias Wissmann, Chef der Automobilbauer-Verbandes VdA, glaubt dennoch weiter an den Erfolg der Elektromobilität. Er forderte aber in dieser Woche mehr staatliche Anreize sowie mehr Ladepunkte für Elektroautos. Wissmann betonte zudem, die Reichweite der Antriebsbatterien werde sich bis 2020 deutlich erhöhen, die Preise dagegen deutlich sinken.

Advertisements

Leichtes Plus bei E-Antrieben im August

Im abeglaufenen Monat gelangten nach Angaben des Flensburger Kraftfahrtbundesamtes 515 Elektroautos neu auf die Straße. Im Vergleich zum Juli ein Plus von 18 Prozent. Insgesamt sind damit rund 17.500 reine E-Autos in Deutschland unterwegs.

Auch bei den Hybridwagen stieg die Zahl der Neuzulassungen um 8 Prozent auf  2.400, darunter waren 620 Fahrzeuge mit einem Plug-in-Hybrid-Antrieb.

Gemessen an den insgesamt 213.000 neu zugelassenen Fahrzeugen im August lag der Anteil der alternativen Antriebe bei 0,2 Prozent. Einmal mehr zeigt sich, dass es Elektroautos im Markt schwer haben, gegen Benzin- und Dieselmodelle zu konkurieren. Das von der Bundesregierung geplante Elektromobilitätsgesetz dürfte daran nicht viel ändern.

Die Bundesregierung lehnt nach wie vor eine direkte Kaufprämie für E-Autos ab. Ob diese sinnvoll ist, gilt ohnehin als keinesfalls bewiesen. In Frankreich etwa erhalten Käufer von E-Autos eine Geld-Prämie vom Staat ohne dass dort die Zulassungszahlen signifikant höher liegen. Die französische Regierung überlegt nun sogar, die E-Auto-Prämie auf bis zu 10.000 Euro zu erhöhen.

Tesla holt zum großen Schlag aus

model-s-photo-gallery-08

Mit seinem Plan für eine Mega-Batteriefabrik sorgte die Elektroautoschmiede Tesla in dieser Woche für Furore. Mit der Milliarden teuren Anlage will das Unternehmen die Batteriekosten um 30 Prozent senken. Der ambitionierte Plan passt zum umtriebigen Firmenchef Elon Musk, der auch Teilhaber eines Unternehmens ist, das Weltraumtransporte ermöglicht.

Ganz so abwegig sind Musks Batterie-Pläne allerdings nicht. Den trotz aller Weltraumvisionen ist der Tesla-Gründer, der seine Millionen noch in der Phase der ersten Internetbooms verdiente, vor allem ein kühl rechnender Unternehmer. Und als solcher weiß er, dass die Wertschöpfung im Elektroauto nicht mehr im Motor, sondern vor allem im Antriebsstrang und in der Batterie liegt. Warum also teuer einkaufen, was sich auch selbst produzieren lässt?

Tesla geht bei den Batterien bisher ohnehin einen anderen Weg als die Konkurrenz. Statt auf eine spezielle Antriebsbatterie für E-Autos zu setzen, verbaut der Hersteller in großem Maßstab sogenannte Consumer-Zellen, also solche die auch in Laptops oder Handys zum Einsatz kommen. Nach eigenen Angaben ist es dem Unternehmen so gelungen, die Kosten pro Kilowattstunde auf 238 US-Dollar zu senken (178 Euro) zu senken.  Damit läge Tesla schon heute weit unter dem Niveau der Konkurrenten. Bis 2020 sollen die Kosten nochmal um 30 Prozent sinken – in der neuen Batteriefabrik.

Aktuell bezieht das Unternehmen aus Kalifornien die Batteriezellen vom japanischen Hersteller Panasonic. Der Hersteller soll sich nun auch an der neuen Batteriefabrik beteiligen. Tesla selbst will rund 1,6 Milliarden US-Dollar einbringen.

Weitere Partner zu finden dürfte nicht schwer sein. Tesla gehört in den USA zu den Börsenstars, die Kurse gehen steil bergauf. Zu den Investoren gehören auch die Autobauer Daimler und Toyota.

Die Aussichten auf dem Batteriemarkt sind rosig. Die Unternehmensberatung AT Kearney geht bereits für das Jahr 2025 von einem weltweiten Umsatz von 100 Milliarden US-Dollar aus.