Monatsrekord bei Elektroautos – Folge von Dieselgate?

Nach den Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes wurden im Oktober 1.686 Elektroautos in Deutschland neu zugelassen – soviel wie noch nie in einem Monat. Gegenüber September entsprach dies einer Steigerung von 100 Prozent.

Insgesamt sind damit nun rund 28.300 reine Elektroautos in Deutschland angemeldet. Einen noch deutlicheren Zuwachs erlebten im Oktober die Plug-In-Hybride, deren Zulassungszahlen um 150 Prozent nach oben gingen.

Trotz dieser Zahlen: Der Anteil von alternativen Antrieben an den gesamten Zulassungen liegt immer noch bei unter einem Prozent. Tägliche neue Meldungen in Sachen VW-Abgasskandal, nun sind offenbar auch Benzinmotoren betroffen, könnten das Interesse an Elektroautos jedoch nach oben treiben. Zumal in dieser Woche etwa Nissan ankündigte, sein E-Modell Leaf ab 2018 mit einer Reichweite von 500 Kilometern anzubieten und damit attraktiver zu machen.

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Nachfrage nach Elektroautos legt im August zu

Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos ist im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 61 Prozent, die nach Plug-In-Hybriden sogar um über 100 Prozent gestiegen. Diese Zahlen verkündete der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Mittwoch und berief sich dabei auf das Kraftfahrtbundesamt.

Laut KBA waren im August 2014 ingesamt 515 E-Fahrzeuge neu auf die Straße gelangt. Im abgelaufenen Monat dürften es deemnach rund 830 gewesen, was gegenüber dem Juli dieses Jahres einem Rückgang entsprechen würde. Die Zahl der Batteriewagen, die im laufenden Jahr in Deutschland eine Zulassung erhielten, stieg damit auf rund 6.500. Zum Vergleich: Allein im August gelangten laut VDIK 226.000 herkömmlich angetriebene Autos auf die Straße. Der Verband wiederholte seine Forderung nach Sonderabschreibungen für gewerbliche Kunden sowie Kaufanreize für private Kunden von mindestens 5.000 Euro für den Kauf von Elektroautos.

Das Deutsche Institut für Wirschaftsforschung fordert angesichts der schwachen Nachfrage nach alternaiven Antrieben in einer aktuellen Studie, die Steuervorteile für Dieselfahrzeuge zu beenden.

Kia Soul EV: Der stille Verkaufsschlager

In wenigen Wochen startet in Frankfurt die Leitmesse der Automobilindustrie, die IAA. In Sachen Elektromobilität sind dabei keine bahnbrechenden Premieren zu erwarten. Der Fokus liegt diesmal auf Themen wie dem automatisierten Fahren und der Fahrzeug-Vernetzung.

Foto: Kia.com

Foto: Kia.com

Der Euphorie in Sachen Elektromobilität ist Ernüchterung oder besser Normalität gefolgt. Immerhin, im Juli gelangten in Deutschland mit 960 Fahrzeugen wieder mehr Stromer auf die Straße. Während die meisten Interessierten bei der Elektromobilität dabei an den Tesla Model S oder den i3 von BMW denken dürften, mausert sich hierzulande fast unbemerkt ein elektrischer Crossover, spricht ein Mini-Geländewagen, zum Verkaufsschlager unter den Elektroautos: Der Kia Soul EV. Mit 211 Neuzulassungen hatte er im Juli einen Marktanteil von rund 20 Prozent bei den Stromern, noch vor Model S, E-Golf oder BMW i3. Beachtlich dabei: Im Juli verkaufte Kia dieses Modell überhaupt nur 419 Mal in Deutschland, die Hälfte aller neuzugelassenen Souls waren also elektrisch.

Auf dem deutschen Markt gestartet ist der Soul EV Ende vergangenen Jahres. Bei der Testfahrt konnte der Wagen dabei mit gutem Platzangebot punkten. Die erhöhte Karosserie-Form sorgt nicht nur für gute Sicht, sie erweist sich auch als Vorteil: die Batterien lassen sich so im Fahrzeugboden verbauen, ohne dass der Kofferraum leidet.

Starker Akku

Der 90 Kilowatt-Elektromotor mit Automatikgetriebe sorgt für ordentlich Schwung: in 11,2 Sekunden geht es auf Tempo 100. Bei 145 km/h ist Schluss. Ein Plus ist zudem die leistungsstarke Lithium-Ionen-Polymer-Batterie. Sie hat eine Kapazität von 27 Kilowattstunden, und damit deutlich mehr als vergleichbare Antriebsakkus, die in anderen E-Modellen der Kompaktklasse verbaut sind.

Das schlägt sich in der Reichweite wieder: Kia verspricht 212 Kilometer, ebenfalls mehr als der E-Golf oder der i3 von BMW. Per Schnellladung lässt sich die Batterie des Soul in 30 Minuten auf 80 Prozent Leistung laden, an einer normalen Ladebuchse dauert es fünf Stunden.

Wärmepumpe an Bord

Die Südkoreaner haben sich zudem einige Details ausgedacht, um den Akku zu schonen. So sorgt eine elektrische Wärmepumpe dafür, dass die Abwärme des Kühlwassers nicht ungenutzt entweichen kann, sondern leitet sie ins Heizsystem. Klima- und Heizung lassen sich bei Bedarf so einstellen, dass nur der Fahrersitz versorgt wird. Wer alleine fährt, kann auf diese Weise Strom sparen.

Kia ist mit dem Absatz des Soul EV in Deutschland zufrieden. Vor allem bei gewerblichen Kunden sei der Wagen wegen der hohen Reichweite gefragt, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Mit rund 30.000 Euro in der Basisversion ist der Wagen im Vergleich zur elektromobilen Konkurrenz vergleichsweise günstig.

Weitere reine Elektroautos sind von Kia in naher Zukunft nicht zu erwarten. Im kommenden Jahr soll zunächst  ein Plug-In-Hybrid auf dem Markt kommen. Gearbeitet wird im Konzern zudem an der Brennstoffzelle.

Halbjahresbilanz bei E-Autos

Laut aktuellen Zahlen der Kraftfahrtbundesamtes gelangten seit Jahresbeginn 4663 Elekroautos neu auf die Straße. Die Zahl der neu zugelassenen Plug-in-Hybride stieg um rund 5000 Fahrzeuge.

Spanend ist dabei die Frage, wie diese Zahlen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 aussehen. Gab es eine Steigerung? Nun, der Durchbruch ist noch in weiter Ferne: von Januar bis Juni 2014 zählte das Kraftfahrtbundesamt 4188 neue Eletroautos. Der Zuwachs fiel gemessen an den ambitionierten Zielen mit rund 500 Autos mehr also nur moderat aus.

Weniger neue E-Autos im Mai – Regierung will mehr fördern

Zufall oder nicht? Parallel zur Veröffentlichung der Zulassungszahlen für den Mai kündigt die Bundesregierung an, mehr für Elektromobilität zu tun.

Das ist wohl auch nötig, denn nur 574 neu zugelassene Elektroautos im Mai bedeuten einen deutlichen Einbruch, sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Mai 2014.

Langsam ins Rollen kommen dagegen Plug-In-Hybride, die mit 1.054 Neuzulassungen ein deutliches Plus von 97 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichneteten. Grund dürfte das gestiegene Modellangebot sein. Ein Teil der Käufer könnte deswegen eher auf einen Plug-In statt auf einen rein Batteriebetrieben Wagen zurückgreifen. Bei den Hybriden lag die Zahl der neu zugelassenen Wagen bei knapp 3.000 und damit leicht über dem Vergleichswert.

Regierung will Milliarden investieren

Wie das Handelsblatt meldet, will die Bundesregierung den lahmenden Absatz von E-Autos mit einem milliardenschweren Förderprogramm ankurbeln. Gewerbliche Nutzer sollen im ersten Jahr die Möglichkeit einer Sonderabschreibung von 50 Prozent erhalten. Mehr Geld soll es zudem für Forschung sowie für die Ladeinfrastruktur geben. Auch beim Thema Wasserstoffautos will sich die Bundesregierung offenbar weiter engagieren. Bis 2020 sollen insgesamt weitere drei Milliarden Euro fließen

Preisbrecher Batterie

Ob das Geld viel bewirkt bleibt fraglich. Das größte Hemniss für die Elektromobilität sind nach wie vor die Kosten für die Antriebsbatterien. Doch hier zeichnet sich nach einer aktuellen Analyse, die das Magazin nature veröffentlicht hat, eine Trendwende ab. Demnach fallen die Preise schneller als erwartet und könnten in knapp zehn Jahren bei 150 US-Dollar pro Kilowattstunde liegen. Dieser Preis gilt als Schallmauer, ab dem Elektroautos mit herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen preislich gleichauf sind.

 

Zulassungen: Wann kommt der Durchbruch?

Die Zahl der neuzugelassenen Elektroautos ist im April zwar wieder leicht gestiegen, im Vergleich zum Gesamtmarkt sind die Mengen aber weiter marginal. Die deutsche Automobilwirtschaft glaubt dennoch weiter an den Erfolg.

Mit 684 neuen Elektroautos gelangten rund 14 Prozent mehr neu auf die Straße als im April 2014. Einen Zuwachs von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeiraum gab es auch bei den Hybriden. Mehr als verdoppelt haben sich die Zulassungen bei den Plug-in Hybriden, vermeldete das Kraftfahrtbundesamt.

Die Zahl der reinen Elektroautos oder Plug-in Hybride liegt damit noch unter 30.000, immer noch weit entfernt vom nach wie vor gültigen Regierungsziel von einer Million Elektroautos im Jahr 2020. Hauptgrund ist der zu hohe Preis für Stromfahrzeuge im Vergleich zu herkömmlichen Antrieben.

Wissmann: Durchbruch kommt

Matthias Wissmann, Chef der Automobilbauer-Verbandes VdA, glaubt dennoch weiter an den Erfolg der Elektromobilität. Er forderte aber in dieser Woche mehr staatliche Anreize sowie mehr Ladepunkte für Elektroautos. Wissmann betonte zudem, die Reichweite der Antriebsbatterien werde sich bis 2020 deutlich erhöhen, die Preise dagegen deutlich sinken.

Toyota Mirai rollt an

In den kommenden Monaten will Toyota seinen Wasserstoffwagen Mirai auf den europäischen Markt bringen. Auf der Hannover Messe gab es nun Gelegenheit, den Wagen zu testen.

Foto: Stromautomagazin

Foto: Stromautomagazin

Toyota ist nach Hyundai der zweite Autobauer, der in die Serienproduktion eines Wasserstofffahrzeuges einsteigt. Die Südkoreaner haben mit dem i35ix allerdings ein bereits verfügbares Modell mit einem Brennstoffzellenantrieb ausgestattet.

Toyota hat mit dem Mirai ein komplett neues Fahrzeug auf die Räder gestellt. Dem Schritt ging jahrelange Forschung voraus. Das Unternehmen will den ganzen Prozess beherrschen, wie es heißt. Tanks, Brennstoffzellen, E-Motor, alles entwickeln und bauen die Japaner selbst. Oberstes Ziel dabei: Kosten zu reduzieren. Denn kostendeckend kann Toyota den Wagen derzeit noch nicht anbieten. Dazu müssen die Stückzahlen deutlich steigen. Auch Daimler kämpft seit Jahren mit der Kostenschwelle und hatte 2013 den Start seines Wasserstoffautos erneut verschoben. Nun soll die Brennstoffstelle mit Nissan und Ford weiterentwickelt und der Preis gedrückt werden.

Große Reichweite

Der Einstiegspreis des Mirai soll knapp unter 80.000 Euro liegen. Der Brennstoffzellenwagen ist mit seiner breiten Frontschürze und seinen ausufernden Kotflügeln sicher nichts für Designfetischisten. Der Fokus soll aber auch nicht auf dem Aussehen, sondern der Technik liegen. Die ist so ausgereift, dass der Mirai zum vollfertigen Reisewagen taugt.

Mit rund sieben Kilogramm Wasserstoff an Bord kann der Wagen rund 500 Kilometer weit fahren. Dann muss der Fahrer zur Zapfsäule. Von denen gibt es in Deutschland bis nur wenige, verteilt auf Großstädte wie Hamburg, Berlin oder Düsseldorf. Das Angebot soll aber in den kommenden Jahren wachsen.

Die Brennstoffzellen im Fahrzeug wandeln den Wasserstoff aus den Tanks in Strom für die Antriebsbatterien um. Die Lithium-Ionen-Zellen liefern Strom für einen 155-PS starken Elektromotor, der aus dem Hybrid-Bauschrank von Toyota stammt. Die gesamte Technik ist im Unterboden verbaut, so dass der Kofferraum noch ordentlich Platz für das Gepäck bereit hält.

Mit seinen 335 Newtonmeter zieht der Mirai anständig und angenehm leise an. Wer es darauf anlegt, kann den per Automatik angetriebenen Wagen in knapp zehn Sekunden auf Tempo 100 beschleinigen. Nicht schlecht für einen 1,8 Tonnen-Auto. Bei 178 Kilometern pro Stunde ist Schluss. Der Innenraum ist nüchtern gestaltet, relevante Infos lassen sich vom zentralen Display im Armaturenbrett ablesen.

Schritt für Schritt

Toyota folgt bei der Produktion des Mirai dem gleichen Ansatz wie beim Hybrid-Platzhirschen Prius. Das bedeutet, dass die Japaner zunächst mit sehr kleinen Stückzahlen arbeiten, aktuell produzieren sie pro Tag nur drei Exemplare des Mirai. Auch der Prius war Ende der Neunziger Jahren mit ähnlichen Zahlen gestartet, der Erfolg ist bekannt. Toyota rechnet allerdings nach eigenen Angaben erst in den 2020er Jahren mit einer wirklichen Massenproduktion von Wasserstoffautos.

Auto als Notstromaggregat

Toyota Mirai, Foto: Stromautomagazin.

Toyota Mirai, Foto: Stromautomagazin.com

In Japan, wo der 4,89 lange Wagen seit 2014 verfügbar ist, erfreut er sich bereits einiger Beliebtheit. Das liegt allerdings nicht ausschließlich daran, dass die technik-affinen Inselbewohner neue Antriebskonzepte per se mögen. Geschätzt wird der Mirai auch als stationäre Stromquelle. Denn seine Brennstoffzellen lassen sich auch als Notstromversorgung für zu Hause nutzen. Seit der Atomkatastrophe von Fukushima hat das Thema Versorgungssicherheit in der japanischen Gesellschaft einen höheren Stellenwert erreicht.