Weniger neue E-Autos im Mai – Regierung will mehr fördern

Zufall oder nicht? Parallel zur Veröffentlichung der Zulassungszahlen für den Mai kündigt die Bundesregierung an, mehr für Elektromobilität zu tun.

Das ist wohl auch nötig, denn nur 574 neu zugelassene Elektroautos im Mai bedeuten einen deutlichen Einbruch, sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Mai 2014.

Langsam ins Rollen kommen dagegen Plug-In-Hybride, die mit 1.054 Neuzulassungen ein deutliches Plus von 97 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichneteten. Grund dürfte das gestiegene Modellangebot sein. Ein Teil der Käufer könnte deswegen eher auf einen Plug-In statt auf einen rein Batteriebetrieben Wagen zurückgreifen. Bei den Hybriden lag die Zahl der neu zugelassenen Wagen bei knapp 3.000 und damit leicht über dem Vergleichswert.

Regierung will Milliarden investieren

Wie das Handelsblatt meldet, will die Bundesregierung den lahmenden Absatz von E-Autos mit einem milliardenschweren Förderprogramm ankurbeln. Gewerbliche Nutzer sollen im ersten Jahr die Möglichkeit einer Sonderabschreibung von 50 Prozent erhalten. Mehr Geld soll es zudem für Forschung sowie für die Ladeinfrastruktur geben. Auch beim Thema Wasserstoffautos will sich die Bundesregierung offenbar weiter engagieren. Bis 2020 sollen insgesamt weitere drei Milliarden Euro fließen

Preisbrecher Batterie

Ob das Geld viel bewirkt bleibt fraglich. Das größte Hemniss für die Elektromobilität sind nach wie vor die Kosten für die Antriebsbatterien. Doch hier zeichnet sich nach einer aktuellen Analyse, die das Magazin nature veröffentlicht hat, eine Trendwende ab. Demnach fallen die Preise schneller als erwartet und könnten in knapp zehn Jahren bei 150 US-Dollar pro Kilowattstunde liegen. Dieser Preis gilt als Schallmauer, ab dem Elektroautos mit herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen preislich gleichauf sind.

 

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Wasserstoff geben

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Als erster Hersteller will Toyota im kommenden Jahr in einer größeren Serie ein Wasserstoffauto auf den Markt bringen. Der Wagen soll Platz für vier Passagiere bieten und voll alltagstauglich sein, verspricht der Autobauer. Stolzer Preis: 80.000 Euro.

Bis zum Marktdurchbruch der Brennstoffzellenautos dürften angesichts des hohen Preises noch einige Jahre vergehen. Die Hersteller kommen erst langsam in Gang, nachdem sie das Thema Wasserstoff jahrelang vor sich hergeschoben beziehungsweise verschoben haben. Mit den sich verschärfenden Abgasnormen in Europa, aber auf wichtigen Märkten wie Kalifornien oder China, steigt nun der Druck.

Die Technik an sich ist weitgehend ausgereift. In einer Testflotte mit Fahrzeugen von Daimler, GM und Toyota sind bereits seit mehr als zehn Jahren Wasserstoffautos in Berlin und anderen deutschen Städten unterwegs.

Doch Marktstarts wurden immer wieder vertagt. Zuletzt zog Daimler seine für dieses Jahr geplante B-Klasse mit Wasserstoffantrieb zurück. Der Grund: Wegen der hohen Kosten sah der Hersteller keine Möglichkeit, den Wagen an den Kunden zu bringen.

Energiespeicher

Im Verbund mit Ford und GM will der Konzern nun über höhere Stückzahlen bei den Brennstoffzellen die Preise senken. Neuer Termin ist nun 2017. Toyota hat damit einen kleinen Vorsprung.  Bereits im vergangenen Jahr hatte das südkoreanische Unternehmen Hyundai einen Wasserstoffwagen in einer Kleinserie von rund 1.000 Stück auf den Markt gebracht. Der ix35 Fuel Cell ist aber nur als Leasingfahrzeug zu haben.

Noch hapert es zudem an der Infrastruktur. Aktuell gibt es rund 15 Wasserstofftankstellen in Deutschland. In den kommen Jahren soll die Zahl auf 50 ansteigen, damit zumindest auf zentralen Routen eine Tankmöglichkeit gewährleistet ist. Den Ausbau finanzieren Unternehmen wie Daimler, Total und Linde gemeinsam mit der Bundesregierung.

Erklärter Wille ist es, den Wasserstoff aus regenerativen Quellen, vor allem aus der Elektrolyse mit Windstrom, herzustellen. Der grüne Strom wird dabei genutzt um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Pilotanlagen stehen unter anderem in Brandenburg und Hamburg.  Bei der Umwandlung gehen allerdings rund 30 Prozent der ursprünglichen Energie verloren.

Deshalb wird ausschließlich Strom verwandt, der vom Stromnetz nicht mehr aufgenommen und sonst nicht genutzt werden kann.  Auf diese Weise könnte der Wasserstoff als Speicher eine wichtige Rolle bei der Energiewende spielen.  Die soll auch dieses Video der Clean Energy Partnership, in der unter anderem EnBW, Daimler, Total und Linde zusammengeschlossen sind, zeigen.

Foto: CEP