Wissmann rechnet mit 10.000 E-Autos 2014

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Der Präsident des Verbandes der deutschen Autombilindustrie, Matthias Wissmann, glaubt an einen deutlichen Schub bei den Neuzulassungen von Elektroautos. Erstmals könnten mehr als 10.000 Fahrzeuge neu auf die Straße gelangen, sagte Wissmann in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung.

Im Vergleich zum Vorjahr wäre dies eine Steigerung um fast 50 Prozent. Woher der Autolobbyist seinen Optimismus nimmt, sagte er indes nicht. Einen Zuwachs könnte das im Vergleich zum Vorjahr größere Angebot an E-Fahrzeugen bescherren. So haben etwa VW mit dem E-Golf und dem E-Up sowie BMW mit dem I3 nun auch deutsche Hersteller Modelle im Angebot.

Allerdings müsste das Zulassangstempo im Vergleich zu den ersten vier Monaten des Jahres noch einmal deutlich anziehen, um die 10.000-Marke zu reißen. Laut Kraftfahrtbundesamt gelangten bis Ende April 2444 Strom neu auf Straße. Bei gleichem Tempo wären es bis zum Jahresende also 7500.

Vom Eine-Million-Ziel verabschiedet

Dass Wissmann die Zahl 10.000 als Jahresziel ausgibt, zeigt aber auch, was in der Industrie und Politik inoffiziell schon lange alle bestätigen: Das gesteckte Ziel von einer Million E-Fahrzeugen bis 2020 ist nicht zu erreichen. Dafür müssten pro Monat 14.500 Stromer eine Zulassung erhalten. Die Nationale Plattform Elektromobilität hat in ihren Marktszenarien für Ende 2014 bereits eine Zahl von 100.000 Elektroautos in Deutschland anvisiert.

Wissmann fordert nun mehr Anreize für den Kauf von Elektroautos, wie etwa eine bessere Abschreibungsmöglichkeit für batteriebetriebene Dienstwagen. Dies könne ein Anreiz für Unternehmen sein, E-Autos in den Furhpark aufzunehmen. Auch die Freigabe von Busspuren für Stromer nannte Wissmann als wichtige Maßnahme.

Dobrindt will E-Auto-Gesetz vorlegen

Attraktivere Bedingungen für E-Autos will Bundesverkehrminister Alexander Dobrindt mit einem eigenen Gesetz schaffen. Außer einer Ankündigung ist bisher aber noch nicht viel passiert. Zu hören ist aber, dass sich die SPD gegen die Freigabe von Busspuren von E-Autos sperrt. Argument: Der Individualverkehr in den Städten soll nicht unnötig auf Kosten von Bussen und Bahnen wachsen.

 

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Millionenziel in weiter Ferne

Nach einem Zulassungshoch im März mit über 800 Fahrzeugen, gelangten im April deutlich weniger Elektroautos neu auf die Straße. Die Zahl der Neuzulassungen ging laut Kraftfahrtbundesamt um gut 25 Prozent auf 599 zurück. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ist die Bilanz allerdings positiv.

Im April 2013 hatten 479 reine Elektrofahrzeuge eine Zulassung erhalten, also knapp 26 Prozent weniger als im abgelaufenen Monat. Seit Jahresbeginn erhielten nun insgesamt 1632 reine Batteriewagen eine Neuzulassung. Die Gesamtzahl der E-Fahrzeuge liegt damit nun bei 13.800.

Ein Prozent erreicht

Bis zum Ziel der Bundesregierung von einer Million E-Autos im Jahr 2020 fehlen noch genau 986.200 Fahrzeuge. Um die Vorgabe doch noch zu erreichen, müssten in den verbleibenden 68 Monaten jeweils durchschnittlich 14.500 Elektroautos zugelassen werden. Angesichts der Zahlen der vergangegen Monate scheint die mehr als unrealistisch.

Offenbar gibt es Überlegungen innerhalb der Bundesregierung, auch Hybridwagen, die über eine längere Strecke rein elektrisch fahren können, in die Statistik für 2020 aufzunehmen. Kaufprämien für E-Autos, um den Absatz anzureizen lehnt die Bundesregierung weiter ab.